ein angebot für patienten,

angehörige und hausärzte

werden sie zum experten in eigener sache

prof. dr. med ulrich hegerl, klinik und poliklinik für psychiatrie und psychiotherapie uni-klinikum leipzig

1

Angebot für PatientInnen und Angehörige


Mehr wissen,         gesünder leben

Eine Broschüre für

Patienten und Angehörige

zum Thema Depression

Hrsg. Bündnis gegen Depression und Techniker Krankenkasse

Warum eine Broschüre über Depression?

Patienten und Angehörige wünschen sich gute und verständliche Informationen über die Erkrankung Depression. Mit dieser Broschüre soll dazu beigetragen werden, umfassend über die Erkrankung aufzuklären. Ein gut informierter Patient kann sich aktiv an der Behandlung beteiligen und damit den Behandlungserfolg verbessern. Auch um mit der Erkrankung Depression gut umgehen zu können sind Informationen sowohl für Patienten als auch für Angehörige wichtig.


In sog. Psychoedukationsgruppen, die es für Patienten und auch für Angehörige gibt wird

  • über die Erkrankung und die Behandlungsmöglichkeiten informiert,
  • der eigenverantwortliche Umgang mit der Depression gefördert,
  • e Kranheitsbewältigung unterstützt.

Die Broschüre kann im Rahmen des Psychoedukationsprogramms "Mehr wissen, gesünder leben" verwendet werden. Die Broschüre ist aber auch so konzipiert, dass sie auch ohne den Besuch einer Psychoedukationsgruppe als Informationsquelle genutzt werden kann.

Texte: Broschüre "Mehr wissen, gesünder leben." S. 7

"Ich hätte mir zu Beginn meiner Depression wirklich gewünscht, dass mir jemand ein paar Informationen gibt, was ich eigentlich für eine Krankheit habe. Dass eine Depression eben nichts mit 'verrückt sein' zu tun hat, dass man keine Tobsuchtsanfälle  bekommt oder so. ich wusste eben überhaupt nichts. Das hat mich sehr beunruhigt und ich habe mich ständig gefragt: 'Was passiert eigentlich mit dir?' In der Klinik habe ich dann an einer Gruppe teilgenommen, in der ich zusammen mit anderen Patienten viel über meine Erkrankung erfahren habe. Das hat mir geholfen, besser damit umzugehen und zu verstehen, warum z.B. Medikamente helfen."

Eine Betroffene. Broschüre "Mehr wissen, gesünder leben." S. 7


Helfen ohne Grenzen Münsterland e.V. stellt PatientInnen und Angehörigen diese Broschüre unentgeltlich zur Verfügung. Lediglich für Porto und Versand berechnen wir einen kleinen Beitrag, den Sie in Form einer Spende für unsere Projekte STARK GEGEN DEPRESSION entrichten können. Bei Interesse an der Broschüre kontaktieren Sie uns bitte hier.

 

Werden Sie auf diesem Wege zum Experten in eigener Sache!


2

Empfehlung für ÄrztInnen, PsychotherapeutInnen, Selbsthilfegruppen und am Thema Interessierte


Mehr wissen,         gesünder leben

Ein praxisorientierter

Leitfaden zur Durchführung

psychedukativer Gruppen

zum Thema Depression

Hrsg. Bündnis gegen Depression und Techniker Krankenkasse

Psychoedukation

Psychedukation versucht eine größere Stimmigkeit zwischen den professionellen Krankheits- und Behandlungskonzepten und denen der Patientinnen und Patienten herzustellen, indem die Patientin/der Patient zu einem Experten in eigener Sache gemacht wird.

 Auszug aus dem Vorwort von Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl


Die Sicht von ÄrztInnen und PsychotherapeutInnen auf Psychoedukation bei Depression

Beispiele aus dem Leitfaden

"Psychoedukation heißt für mich, dass die Patientinnen und Patienten Informationen über ihre Erkrankung bekommen. Dass sie lernen sich selbst zu managen ... mit dieser Erkrankung. Dass sie Fachmann für ihre eigene Erkrankung werden. Dass sie damit umgehen können. Dass sie wissen, 'Was tue ich, wenn ... ' und 'Wie kann ich mit meiner Krankheit besser leben, wenn ich sie schon nicht vollkommen heilen kann'."

Ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

"Wichtig ist, dass die Patientinnen und Patienten eine Vorsterllung entwickeln, dass sie eine Krankheit haben. Das ist bei vielen Patientinnen und Patienten schwierig. Die kommen und sagen 'Ich bin wie gelähmt', 'Ich weiß nichtwie ich wieder funktionieren soll'. Den Patientinnen und Patienten klarzumachen, dass es eine ernst zu nehmende Erkrankung ist und dass man sich nicht nur 'zusammenreißen' muss, und dann geht es wieder. Das ist eine häufige Vorstellung von Patientinnen und Patienten, wenn sie in Behandlung kommen."

Eine Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Die Sicht von Patientinnen und Patienten auf Psychoedukation bei Depression

Ein Beispiel aus dem Leitfaden

"Bei mir wurde noch mal der Begriff Depression benutzt. Ich wurde von der Hausärztin wegen Weinkrämpfen zum Psychiater überwiesen. Dort wurde mir gesagt, 'Wir können Ihnen helfen, nehmen Sie dieses oder jenes Medikament, das wird Ihnen helfen'. Die sagten, das sei wie eine Krücke, aber wobei es mir helfen würde, haben sie nicht erwähnt. Ich wurde behandelt, als hätte ich mir einen Arm gebrochen. Ich hätte gerne erfahren, dass ich eine depressive Phase durchlebe. Ich bekam auch therapeutische Gespräche. Ich hätte gerne gewusst, was eigentlich das Ziel dieser Gespräche ist. Ob die nur diese akute Phase begleiten. Es gab null Informationen, ob ich vielleicht vorher schon igendwas hatte, sodass es jetzt zu diesem Ausbruch gekommen ist. Diese Informationen haben einfach gefehlt.Ich hatte dieses Versagergefühl, ich bin jetzt einfach nicht mehr in der Lage, mein Leben zu meistern. Und da fehlte wirklich die Information, dass Depression eine Krankheit ist. Die hat einen Anteil, der chemisch-biologisch bedingt ist, und einen Anteil der umfeldbedingt ist. Und das man eben einen Teil mit Medikamneten behandeln kann und den anderen Teil durch entsprechende Therapien und dass man Möglichkeiten hat, selbst etwas zu tun. Das hat einfach viel zu lange gedauert, bis diese Erkenntnisse kamen."

Tedxtauszüge: Mehr wissen, gesünder leben. Ein Leitfaden. S. 9 ff